Unser Zunfthaus - ein Prunkstück!

 

Die Gesellschaft zu Kaufleuten besitzt in ihrem Haus an der Kramgasse 29 einen getäferten Saal der die Zeitläufe nahezu unverändert überstanden hat.

Das dreiachsige Gesellschaftshaus wurde 1596 erworben und 1722 von Niklaus Schiltknecht (dem Architekten, der massgeblich am Bau der Heiliggeistkirche 1726-29) beteiligt war, erstellt. Die heutige Ausstattung wurde 1774 angefertigt und das damals bestellte Mobiliar hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten.

Die Wände und die Decke sind mit einem lasierten Nussbaumtäfer verkleidet. Einzelne Profile und Schnitzereien sind vergoldet. Ein blau-weisser Kachelofen von Peter Gnehm (1744) ziert die Saalecke rechts vom Eingang. Prunkstücke der Innenausstattung sind die beiden Louis XV-Kommoden (1775) zwischen den Fenstern, Mathäus Funk hat sie für diesen Raum geschaffen. Die Marmorabdeckung aus Oberhasli-Marmor ist ebenfalls original. Über diesen beiden prunkvollen Kommoden hängen Spiegel im damals Mode werdenden Louis XVI Stil. Das schöne LXV-Mobiliar Fauteils und Stühle ist im elegantesten französischen Stil angefertigt worden. An den Wänden links und rechts des Eingangs zieren zwei Donatorentafeln in vergoldeten Funk-Rahmen die Täferfelder. An der Längswand links von der Tür hängt eine Pendule im Louis XVI-Stil, das Gehäuse Holz, weiss gefasst und teilweise vergoldet, wurde vom Berner Architekten Carl Ahasver von Sinner entworfen. Ein Porträt des John Webber (gemalt von Mottet), des Begleiters von James Cook auf dessen Fahrten durch den Pazifik, hängt an der Längswand rechts vom Eingang. John Webber (geboren als Johann Wäber) war Mitglied der Gesellschaft zu Kaufleuten. Der Leuchter im Directoire Stil um 1800 entstanden, eine grosse Wappenscheibe am Mittelfenster und das Parkett sind Zutaten des 19.Jh. Ein kleiner Vorraum mit graugemaltem Täfer und den Wappenschildern der Gesellschaftsmitglieder wurde in der 2. Hälfte der 19.Jh. verändert. Im grossen Saal bilden Innenausstattung bestehend aus Täfer, Mobiliar, Wandschmuck und Kachelofen eines der schönsten Interieurs von Bern.