Unsere Zunft

 

Die Gesellschaft zu Kaufleuten ist eine dem kantonal-bernischen Gemeindegesetz unterstellte Gemeinde und kein Verein, wie das häufig vermutet wird. Sie ist auch kein kaufmännischer Berufsverband, der die Interessen von Kaufleuten vertritt. Von einer Einwohnergemeinde unterscheiden wir uns dadurch, dass wir nicht eine Territorialgemeinde sind, sondern eine Personengemeinde: alle Personen, die über das entsprechende Bürgerrecht verfügen, sind Angehörige der Gesellschaft. Der Wohnort ist ohne Bedeutung. Es gibt noch weitere wichtige Unterschiede zu einer Einwohnergemeinde: Die Gesellschaft erhebt keine Steuern. Einzig bei der Neu-Aufnahme in das Burger- und Gesellschaftsrecht wird ein einmaliger Beitrag an das so genannte Armengut geleistet, mit dem die sozialen Verpflichtungen finanziert werden. Die Gesellschaft ist nämlich zuständig für die Sozialhilfe und das Vormundschaftswesen für ihre auf dem Kantonsgebiet wohnenden Angehörigen. Zur Erfüllung dieser sozialen Verpflichtungen ist sie auf eigene Mittel angewiesen und kann nicht auf finanzielle Unterstützung durch den Kanton zählen. Dieser hat als Gegenleistung anlässlich der Güterteilung zwischen Burgergemeinde und Einwohnergemeinde im vorletzten Jahrhundert die für die Erfüllung der sozialen Aufgaben notwendigen Ressourcen nicht konfisziert.

 

Organisiert ist die Gesellschaft zu Kaufleuten gleich wie eine Einwohnergemeinde, denn es gibt eine Legislative, das sogenannte Grosse Bott (entspricht der Gemeindeversammlung), und eine Exekutive, das Vorgesetztenbott (entspricht dem Gemeinderat).